Technik

Grundlagen

Schutzziele

 Das Grundgesetz beschreibt Brandschutz wie folgt:

„Bauliche Anlagen ... sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und zu unterhalten, dass die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere Leben oder Gesundheit, nicht gefährdet werden. bauliche Anlagen müssen so beschaffen sein, dass der Entstehung und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand wirksame Löscharbeiten und die Rettung von Menschen und Tieren möglich sind.“

Brandverlauf

Ein Brand kann nur dann entstehen, wenn genügend Sauerstoff, ausreichend brennbare Stoffe und eine Zündquelle vorliegen.
Durch die freiwerdende Energie eines Brands werden während der Schwelbrandphase alle im Raum befindlichen Stoffe aufgeheizt, die sich, sofern diese brennbar sind, nach Erreichen einer Grenztemperatur selbstständig entzünden. Bis zum Erreichen des Feuerübersprungs ist das Brandverhalten der Baustoffe von Bedeutung.

Anschließend, beim sogenannten Vollbrand, sind der Feuerwiderstand und damit das Brandverhalten der Bauteilkonstruktion für die Fortdauer eines Brands innerhalb eines Raumes entscheidend. Die Ausbreitung des Brands hängt von der Konstruktion der den Brandabschnitt umhüllenden Bauteile wie Wände und Decken sowie von den Rohrabschottungen in den Brandwänden oder –decken ab.

Baulicher Brandschutz

Baulicher Brandschutz kann die Entstehung von Bränden nicht verhindern, sorgt jedoch dafür, dass ein Feuer durch entsprechende Gebäudekonstruktion bzw. Brandschutzmaßnahmen auf einen möglichst kleinen Raum beschränkt bleibt. Aus diesem Grund werden vor allem an Bauteile, die brandabschnittsübergreifend durch das gesamte Bauwerk geführt werden, wie z. B. Lüftungskanäle, Rohrleitungen oder auch Elektrokabel, hohe Anforderungen gestellt. Grundsätzlich sind Öffnungen in Brandwänden nicht zulässig. Wenn diese jedoch baulich unvermeidbar sind, schreiben die Bauordnungen der Bundesländer vor, dass Feuer und Rauch im Brandfall nicht in andere Geschosse oder Brandabschnitte übertragen werden dürfen.

Ein einfaches System, um Feuer und Rauch bei Rohrleitungswand- und Deckendurchführungen zu verhindern, ist die „brandschutztechnische Abschottung“. Wir besitzen ein bauaufsichtlich zugelassenes System, mit dem nichtbrennbare Rohre in Brandwänden oder -decken abgeschottet werden. Diese elastischen Abdichtungen nehmen axiale und laterale Bewegungen der Rohrleitung zur Wand oder Decke auf und gewährleisten im Brandfall eine zuverlässige Abschottung. Bewegungen entstehen durch Rohrleitungsdehnungen infolge Temperaturschwankungen bei Anlagenbetrieb oder, im Brandfall, durch zusätzliche Rohrleitungsdehnungen, und Relativbewegungen des Gebäudes zu den Leitungen aus Windlasten, Gebäudeversatz und Erdbeben.

Rohrabschottungen nach DIN 4102, Teil 11

Die DIN 4102, Teil 11 legt fest: Abschottungen von Rohrleitungsdurchführungen müssen so ausgebildet sein, dass Feuer und Rauch während der Feuerwiderstandsdauer nicht durch Wände und Decken übertragen werden. Die Feuerwiderstandsdauer ist die Mindestdauer in Minuten zur Verhinderung der Brandübertragung. Entsprechend der Feuerwiderstandsdauer wird in unterschiedliche Feuerwiderstandsklassen unterschieden:

Feuerwiderstandsklassen von Maßnahmen gegen BrandübertragungFeuerwiderstandsdauer [min]
R 30≥ 30
R 60≥ 60
R 90≥ 90
R 120≥ 120

Als Maßnahmen gegen Brandübertragung bei Rohrleitungsdurchführungen gelten Brandabschottungen. Die Feuerwiderstandsklasse von Brandabschottungen muss durch das Prüfzeugnis einer amtlich anerkannten Prüfstelle nachgewiesen werden. Die Prüfung erfolgt nach DIN 4102, Teil 11. Die DIN 4102, Teil 11 fordert, dass während der Feuerwiderstandsdauer im Brandversuch der Durchgang von Feuer und Rauch aus dem Brandraum bzw. aus Verkleidungen der Rohre außerhalb des Brandraums sowie aus den Rohrleitungen selbst verhindert werden muss. Ferner dürfen sich außerhalb des Brandraums die freien Außenseiten der Brandabschottungen sowie der Rohrleitungen an keiner Stelle um mehr als 180° K erwärmen.

Der Brandversuch erfolgt in der Regel nach DIN 4102, Teil 2. Im nachfolgenden Diagramm sind die geforderten Brandraumtemperaturen dargestellt, die der sog. Einheitstemperaturkurve (ETK) entsprechen. Damit kann die Feuerwiderstandsdauer des Bauteils in Minuten ermittelt werden.

Grundsätzlich wird ein montiertes Bauteil von den Gutachtern nur dann anerkannt, wenn ein „Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis“ vorliegt. Dieses wird von der Materialprüfanstalt auf Grundlage der im Brandversuch geprüften und im Prüfzeugnis beschriebenen Konstruktion ausgestellt. Für Sonderlösungen kann gegebenenfalls von der amtlichen Prüfanstalt eine Zustimmung im Einzelfall eingeholt werden.